Pressen sind teuer, gross und alternativlos. Das zumindest galt bisher. Das Projekt smartROLL will Präzisionsbauteile per Hohlprägewalzen umformen, bis zu 70 Prozent günstiger als mit konventionellen Pressen.
Text- und Bildquelle: Fraunhofer IWU
Die Idee ist so einfach wie bestechend: Wenn für das Umformen der Linienkontakt einer Walze anstelle der grossflächigen Kontaktfläche eines Presswerkzeugs eingesetzt wird, genügen wesentlich geringere Umformkräfte. Die Walzwerkzeuge kosten zwischen 40 und 50 Prozent eines Umformwerkzeugs und finden in einer wesentlich kompakteren (und preiswerteren) Anlage Platz. Unschlagbare Argumente, sofern das Umformergebnis den qualitativen Anforderungen genügt.
Pressen sind teuer, gross und alternativlos. Das zumindest galt bisher. Das Projekt smartROLL will Präzisionsbauteile per Hohlprägewalzen umformen, bis zu 70 Prozent günstiger als mit konventionellen Pressen.
Text- und Bildquelle: Fraunhofer IWU
Die Idee ist so einfach wie bestechend: Wenn für das Umformen der Linienkontakt einer Walze anstelle der grossflächigen Kontaktfläche eines Presswerkzeugs eingesetzt wird, genügen wesentlich geringere Umformkräfte. Die Walzwerkzeuge kosten zwischen 40 und 50 Prozent eines Umformwerkzeugs und finden in einer wesentlich kompakteren (und preiswerteren) Anlage Platz. Unschlagbare Argumente, sofern das Umformergebnis den qualitativen Anforderungen genügt.
smartROLL strebt Hohlprägewalzen auf höchstem Niveau an
Ziel des Vorhabens smartROLL ist zunächst die Entwicklung eines Systems zur Anlagen- und Prozessüberwachung, das eine wirkstellennahe und inlinefähige Erfassung, Auswertung und Bewertung aller zustands- und prozessrelevanten Kenngrössen beim Walzen von Präzisionsteilen ermöglicht. Auf diese Weise stehen Qualitäts- und Prozessinformationen künftig bereits während der Fertigung zur Verfügung, als Grundlage für eine adaptive Prozessregelung, die Produktqualität, Gesamtanlageneffektivität und Betriebssicherheit nachhaltig verbessert.
Dabei werden die Bereiche Mechanik, Prozess und Regelung gemeinsam betrachtet und das Gesamtverhalten des Systems vollumfänglich erfasst. Diese integrierte Herangehensweise erlaubt eine ganzheitliche Analyse und Bewertung aller Einflussfaktoren auf die Bauteilqualität.
«Richtiges» Zusammenführung aller Sensordaten
Die Grundlage der Inline-Überwachung bildet eine korrelierte Auswertung verschiedener Datenquellen: nachgerüstete Sensoren in der Maschine (z. B. Dehnungssensoren an Walzenlagerungen), Sensoren in den Walzwerkzeugen (z. B. Drehwinkel-, Beschleunigungs- oder Kraftsensoren) sowie Bestandssensorik wie Momenten- oder Drehwinkelerfassung. Entscheidend ist der Einsatz geeigneter Datenfusionsmethoden, um diese heterogenen Daten systematisch zu kombinieren und integriert auszuwerten.
Erst durch die «richtige» Zusammenführung aller Sensordaten gelingt eine umfassende, datengestützte Einsicht in den Zustand und die Leistungsfähigkeit von Maschine und Prozess. Um Anomalien in den Sensordaten eindeutig einem Ereignis wie etwa einer Qualitätsschwankung zuordnen zu können, werden im Projekt die Wirkmechanismen des Hohlwalzprägens sowie der eingesetzten Maschinen- und Werkzeugtechnik in mathematische Modelle überführt. Diese Modelle fliessen in ein Diagnosesystem ein, das auf Methoden des Maschinellen Lernens (z. B. Support Vector Machines) basiert.
Die Auswertelogik und die Modelle werden zusammen mit einer optimierten Systemarchitektur in die Maschinensteuerung der Versuchsanlage integriert und echtzeitfähig ausgeführt. Dadurch entsteht zum einen ein virtueller Zwilling, der Informationen auf verschiedenen Detailstufen bereitstellt. Zum anderen wird ein adaptives Regelungssystem ermöglicht, das auf Basis erkannter Schwankungen in Prozess-, Maschinen- und Qualitätsparametern die Prozessstellgrössen anpasst und diese Anpassungen in einer geschlossenen Regelschleife umsetzt.
Die Probe aufs Exempel: Bipolarplatten für Elektrolyseure und Brennstoffzellen
Der Wirkungsrad von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen hängt zu einem grossen Teil von der Fertigungsqualität der Bipolarplatten ab, die als Kernelemente beider Wasserstoffsysteme gelten. In der Referenzfabrik.H2 haben das Fraunhofer IWU und seine Partner das Hohlprägewalzen von Bipolarplatten bereits zur Grossserientauglichkeit qualifiziert. Im aktuellen Projekt ist es das Ziel, die Prozess- und damit die Produktqualität nochmals zu erhöhen – und damit eine Grundlage für die Anwendung dieses Verfahrens für zahlreiche weitere Bauteile und Produkte zu schaffen.
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Textquelle: Fraunhofer IWU
Bildquelle: Fraunhofer IWU und iStock
Redaktionelle Bearbeitung: Technische Rundschau
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